Aufweitungen des Alpenrheins

Die Rheinaufweitungen: Eine Generationenchance!

Entlang des Rheins gibt es eine erfreuliche Vielzahl revitalisierter Gewässerläufe. Und die erhofften Erfolge sind meist schnell eingetreten: mehr Pflanzen- und Tierarten – und diese in einer grösseren Anzahl.

Am Alpenrhein warten wir noch auf die Rückkehr der Natur. Hier findet man derzeit nur noch eine einzige naturnahe Auenlandschaft – die Mastrilser Auen. Eine ernsthafte Revitalisierung im Sinne einer Öffnung des kanalisierten Flussbettes gibt es in Chur-Felsberg/Grau­bünden. Zudem wurden einige Gewässer­mün­dungen natur­naher gestaltet.

Doch der Alpenrheinhein soll wieder ein Naturjuwel werden. Hochwasserschutz, die Ansprüche der Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Bedürfnisse der Natur lassen sich unter einen Hut bringen. Dafür haben Österreich, die Schweiz und Liechtenstein das Entwicklungskonzept Alpenrhein ausgearbeitet. Dieses Konzept jetzt umzusetzen, das ist die Pioniertat unserer Generation.

Die Seele baumeln lassen

Badeszenen an der aufgeweiteten Thur (©Christian Göldi)

In aktuellen repräsentativen Umfragen geben die Befragten entlang des Alpenrheins an, dass sie einen lebendigen, naturnahen (80 %) Rhein mit hohem Freizeitwert (82 %) wünschen. Ähnliche Werte ergab eine repräsentative Umfrage in Liechtenstein im Jahr 2016. Hier sprachen sich ausserdem 69% klar oder eher für Aufweitungen am Alpenrhein aus.

Stellen, an denen der Rhein aufgeweitet wird, bieten magische Ort für Familien und Erholungssuchende, für Spiel und Freizeit – Orte des Verweilens, wo die Natur wieder ihren Platz hat, wo die Menschen Ruhe und Erholung finden, wo Familien auf Kiesbänken Würste braten und Kinder durchs Wasser waten.

Oberhalb von Balzers planen die Kantone St. Gallen und Graubünden bei Maienfeld / Bad Ragaz eine Aufweitung, wodurch der Lebensraum Alpenrhein für Mensch und Natur aufgewertet wird. Mit dem Baubeginn ist ab 2020 zu rechnen.

Zwischen Liechtenstein und dem Bodensee setzen die Schweiz und Österreich in den kommenden 20 Jahren das Projekt Rhesi (Rhein-Erholung-Sicherheit) um, das mehrere Aufweitungen vorsieht.

Setzen auch wir in Liechtenstein ein Zeichen für einen lebendigen und liebenswerten Rhein mit Seitenästen, Tümpeln, nistenden Vögeln, flachen Badestellen, fröhlichem Kinderlachen und schattigen Plätzchen am Wasser!

Rheinaufweitungen für mehr Hochwasserschutz

Das Thema Hochwasserschutz wird im Zusammenhang mit den Rheinaufweitungen immer wieder heiss und kontrovers diskutiert. Es hat viele Leserbriefseiten gefüllt. Was Wunder, die Rheinwuhre wurden ja zum Schutz gegen Hochwasser gebaut, sie „einfach abzureissen“ wäre verantwortungslos.

FAKT IST, DASS DIE RHEINAUFWEITUNGEN MEHR HOCHWASSERSICHERHEIT BRINGEN.

Niemand will sich den Gefahren von früher wieder aussetzen. Heute geht es im Gegenteil um mehr Sicherheit. Die Dämme sind in die Jahre gekommen, sie müssen saniert werden. Wenn im Zuge der Aufweitungen anstelle der bestehenden Wuhre weiter hinten neue Dämme nach dem heutigen Stand der Technik errichtet werden, wird dem Rhein mehr Platz gegeben und es entsteht mehr Sicherheit gegen Hochwasser. Gleichzeitig entstehen wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere und Erholungsräume für Menschen.

Hochwasser im Juni 2016 bei der Rheinbrücke Widnau-Lustenau (©imagedifferent.com, Andreas Butz, 2016)
Hochwasser Lustenau - St. Margrethen, 2005 (©Internationale Rheinregulierung IRR)
IMG_7643
„Wenn man den Rhein aufweitet, braucht es an diesen Stellen natürlich auch Dämme. Diese würden am Rand der Aufweitungen platziert und mit heutigem Wissen und heutiger Technik konstruiert werden.
Damit hätten wir am Rhein eine bedeutend bessere Hochwassersicherheit als heute.“
 Emanuel Banzer (in „bau:zeit“ 38/2015, S. 11)
(Emanuel Banzer ist Leiter des liechtensteinischen Amtes für Bevölkerungsschutz und in dieser Funktion unter anderem zuständig für Naturgefahren und sämtliche wasserbauliche Fragen)
 

bau:zeit Nr. 38/2016
Gespräch mit Emanuel Banzer zu den Rheinaufweitungen und zur Hochwassersicherheit.

Die Regierung des Fürstentums Liechtenstein erachtet einen Dammbruch im Liechtensteiner Oberland auf Grund eines Hochwassers, wie es alle 500 Jahre vorkommen kann, als nicht auzuschliessen. Der direkte finanzielle Schaden würde sich in einem solchen Fall gemäss Regierung auf 5 Mrd. CHF belaufen (Beantwortung kleine Anfrage „Rheinwuhrsanierungen“, 7. November 2014). Aus diesem Grund sollen die Rheindämme in den nächsten zwanzig Jahren für rund 50 Mio. CHF saniert werden.

Es wäre ein Schildbürgerstreich, jetzt die Dämme zu sanieren und die Aufweitung zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff zu nehmen. Regierungschef-Stellvertreter Thomas Zwiefelhofer versicherte dazu, die verschiedenen Vorhaben am Rhein würden in der Planungsphase aufeinander abgestimmt und koordiniert.

Verklausung durch „Schwemmholzwände“ in Ausweitungsstrecken?

Ein Leserbriefschreiber hat verschiedentlich die Gefahr einer Verklausung angesprochen, also des Verschlusses eines Fliessgewässer-Querschnittes infolge angeschwemmten Treibgutes. Diese Gefahr ist insbesondere bei einem engen Flussbett gegeben, zum Beispiel bei Brückenpfeilern. Es gibt in der Schweiz diverse Beispiele, wo Verklausungen an Engstellen zu Problemen führen (Saltina, Vispa, Goldach etc.). Dies hat aber nichts mit Aufweitungen zu tun. Im Gegenteil. Die Beobachtung der Schwemmholzdynamik an grossen verzweigten Flüssen zeigt, dass Hochwasserschäden seltener auftreten, wenn mehr Breite zur Verfügung steht.

Der Leserbriefschreiber geht jedoch davon aus, dass sich speziell in bewachsenen Aufweitungsstrecken Treibholzmassen ansammeln und zu regelrechten «Schwemmholzwänden» ausbilden könnten. Dies könne dann zu einem „Dammbruch“ führen und weiter unten bei Engstellen Überflutungen auslösen. Mario Broggi, ehemaliger Direktor der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, schreibt dazu: „So etwas wurde in unseren Breiten noch nie beobachtet. (…) Das Flussbett wird sich nach Ausweitungen nie auf der ganzen Breite mit einem Bewuchs von hohen Bäumen auffüllen und als Hindernis wirken können. Die Bäume wachsen allenfalls auf den höchsten Punkten der Kiesinseln. Diese sind stromlinienförmig in der Flussrichtung und nicht als Querriegel angeordnet. Die Dynamik der mittleren und grossen Hochwässer begrenzt zudem den Baumbewuchs. Die allfällige Baum-Vegetation findet sich also längsstreifig in der Flussrichtung und lückig im Flussbett verteilt und bildet also kein Abflusshindernis, zumal der Abfluss ja doppelt bis dreifach verbreitert sein wird.“

Sollte die „Verklausungs-Theorie“ stimmen, müsste es bei den Mastrilser Auen zu Verwachsungen und Schwemmholzwänden kommen, die nach einem Dammbruch dann bei der Engstelle regelmässig Überflutungen auslösen würden.

Beispiel Mastrilser Auen: Die Bäume wachsen allenfalls auf den höchsten Punkten der Kiesinseln. Diese sind stromlinienförmig in der Flussrichtung und nicht als Querriegel angeordnet. (©WFZ)
Luftaufnahme der Mastrilser Auen (©Dietmar Walser)

Forum im Liechtensteiner Vaterland vom 22. Juni 2016

Die Auswirkungen von Aufweitungen auf die Hochwassersicherheit wurde in Leserbriefspalten und Facebook-Foren heiss diskutiert. Die WERKSTATT FAIRE ZUKUNFT nimmt die entsprechenden Befürchtungen und Ängste ernst. Sie veröffentliche deshalb zusammen mit der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz in einem Forumsbeitrag im Liechtensteiner Vaterland vom 22. Juni 2016 einige Tatsachen zum Thema. Denn die Rheinaufweitungen bringen mehr Hochwassersicherheit, nicht weniger.

LieWo vom 3. Juli 2016

Die LieWo vom 3. Juli 2016 widmet den Rheinaufweitungen das Editroial, vier Seiten zum Thema der Rheinaufweitungen und ein Interview mit LGU-Geschäftsführerin Monika Gstöhl. Dabei wird auch die Frage der Hochwassersicherheit sehr differenziert angesprochen.

Liechtensteiner Vaterland vom 22. Juni 2016

Leserbriefschreiber haben sich Sorgen um die Hochwassersicherheit gemacht, das Liechtensteiner Vaterland vom 22. Juni 2016 stellte auf der Titelseite Fakten zum Thema zusammen und titelte: „Reinaufweitungen erhöhen den Hochwasserschutz“.

Flussaufweitungen als Beitrag zur Vielfalt

Der Alpenrhein war bis ins vorletzte Jahrhundert ein verzweigter, lebendiger Fluss, der frei mäandrierte und zum Beispiel bei Triesen über 1‘200 m breit war. In einem solchen Gewässerbett konnten sich Weich- und Hartholzauen, Bauminseln, Schwemmholzablagerungen und eine grosse Vielfalt an Kleingewässern entwickeln. Diese Vielfalt an Lebensräumen führte im und am Alpenrhein zu einer ebenso grossen Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten.

Heute bietet das kanalisierte und eingedämmte Gewässer ein Bild der ökologischen und ästhetischen Verarmung. In einem Fluss wie dem Alpenrhein könnten 200 bis 300 kg Fische pro Hektar vorkommen, wenn er ökologisch einigermassen intakt wäre. Nach neuesten Zahlen (Fischökologisches Monitoring 2013) sind es auf der Liechtensteiner Strecke des Alpenrheins 9-10 kg! Früher kamen in diesem Fluss rund 30 Fischarten vor, heute sind es noch 17, wobei elf davon sehr selten sind und nur noch sechs Arten sich einigermassen natürlich fortpflanzen.

Flussaufweitungen können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Vielfalt an Lebensräumen, Pflanzen und Tieren wieder zunimmt. Erfahrungen beispielsweise an der Liechtensteiner Binnenkanalmündung zeigen, dass Revitalisierungsmassnahmen sehr schnell zu einer Verbesserung der Situation führen können.

Flussregenpfeifer (©Andi Götz)
Die "Vorgründer" aus grossen Blocksteinen stellen für viele Tiere ein Wanderhindernis dar (©WFZ)
Wie viele andere Tiere können Hirsche unverbaute Gewässer problemlos überqueren
Auch Wildschweine sind ausgezeichnete Schwimmer (©Gerhard Schaffer)

Wildwechsel

Es gab früher traditionelle Wildwechsel über den Alpenrhein, so für die Hirsche vom Toggenburg in das Drei Schwestern-Massiv. Auch Wildschweine, ausgezeichnete Schwimmer, dürften den Rhein regelmässig überquert haben. Die eingezäunte Autobahn und die massiven Vorgründer haben dies inzwischen verunmöglicht.

Die Situation in den Mastrilser Auen zeigt eindrücklich, wie aufgeweitete Flussbereiche den Wildwechsel zulassen. Dies bedingt natürlich eine entsprechende Dammgestaltung und an den neuralgischen Punkten auch – bereits vorgesehene – Ökobrücken über die Autobahn.

Natürliche Dynamik

Wir haben mit zivilisatorischen Eingriffen die Dynamik in den Naturprozessen stark unterbunden. In einem natürlichen oder naturnahen Fliessgewässerquerschnitt gibt es verschiedenste Vegetationsabfolgen von den offenen Kiesbänken bis zur „harten“ Au. Diese Sukzessionen hängen mit den Wasserständen zusammen. Eine Au muss regelmässig oder zumindest gelegentlich unter Wasser geraten, was die heutigen Dämme weitgehend nicht mehr erlauben. Darum sind unsere Galeriewälder entlang des Rheines keine Auen mehr. Dazu braucht es auch Kiesumlagerungen, die immer wieder neues Leben ermöglichen.

An diese dynamischen Verhältnisse sind viele Pflanzen und Tiere angepasst. Sie verloren in den eingedämmten Flüssen ihren Lebensraum. Zu ihnen gehören die Deutsche Tamariske und der Kleine Rohrkolben als besondere Raritäten, aber auch Laufkäfer und spezialisierte Heuschrecken. Diese Arten können nicht auf einer alleinigen Insel überleben. Sie brauchen Abfolgen – ähnlich wie Perlenschnüre – damit sich ihre ökologische Nische immer wieder neu bildet. Darum braucht es nicht nur eine Aufweitung, sondern in überschaubaren Abständen immer wieder geeignete Lebensräume.

Ein natürlicher Auenwald braucht Dynamik (©WFZ)

Lösungen für die Landwirtschaft

Für die Landwirtschaft braucht es Lösungen (©WFZ)

Bei den geplanten Aufweitungen des Rheins wird teilweise Landwirtschaftsboden benötigt. Die Regierung schreibt zur Frage des Landwirtschaftslands in der Beantwortung einer Interpellation zum ökologischen Zustand des Alpenrheins (S.13): „Soweit möglich, ist dann eine andere Fläche als Ausgleich der Landwirtschaftszone zuzuordnen.“

Konkret ist daran zu denken, Wald zu Landwirtschaftsland umzuwidmen und damit Verluste von Landwirtschaftsland soweit möglich zu kompensieren. Beim Beispiel der vorgesehenen Aufweitung Eschner Au wäre es allenfalls möglich, die erforderlichen 12,3 ha Landwirtschaftsland durch Umzonierung der gleichen Fläche von Wald in Landwirtschaftsfläche bei Nendeln zu kompensieren.

Von der Sache her ist dies naheliegend, weil man dadurch als Ausgleich für den Verlust an Waldfläche Landwirtschftsland gewinnt und gleichzeitig in den Aufweitungen ökologisch hochwertiger Auenwald entstehen wird.

Die Regierung nimmt im Mai 2015 in einer umfassenden Antwort auf eine Interpellation zum ökologischen Zustand des Alpenrheins und zu den geplanten Rheinaufweitungen Stellung. Darin spricht sie auch die Frage der Landwirtschaft an.

Beim Beispiel Eschner Au wäre es möglich, das erforderliche Landwirtschaftsland durch Umzonierung von Wald zu kompensieren (©Theo Kindle)

Kiesabbau als Beitrag an die Finanzierung

„Angeschnittener“ Rheindamm oberhalb der im Jahr 2000 neugestalteten Binnenkanalmündung Ruggell: Der Rheindamm besteht hier im Wesentlichen aus Kies (©Theo Kindle)

Bei der Realisierung der Aufweitungen werden beim Abtragen der bestehenden Dämme erhebliche Mengen Kies anfallen. Soweit diese wirtschaftlich verwertbar sind, können die Gewinne zur Mitfinanzierung der Aufweitungen verwendet werden.

Ausserdem kann die Aufschüttung der neuen Dämme als Deponie für saubere Aushübe erfolgen, so dass das Material dazu nicht teuer erworben und angeführt werden muss, sondern im Gegenteil die Deponiegebühren Kostenbeiträge an die Rheinaufweitungen darstellen.

Bei der – relativ bescheidenen – Aufweitung in Chur/Felsberg resultierten bei Gesamt-Projektkosten von 0.6 Mio. CHF Erlöse aus dem Kiesverkauf in Höhe von 1 Mio. CHF, es verblieb unter dem Strich also ein Gewinn. Man kann nicht davon ausgehen, dass dies bei allen Aufweitungen der Fall sein wird. Das Beispiel zeigt aber, dass eine Rheinaufweitung einen gewissen Selbstfinanzierungsgrad durch entsprechende Erlöse aufweisen wird.

Auch diese historischen Fotos zeigen den Aufbau des „angeschnittenen“ Rheindamms aus Kies-Sand (aus "Rheinnot in Liechtenstein" (1977), Herausgegeben von den Gemeinden Eschen, Gamprin, Mauren, Ruggell, Schaan und Schellenberg, S. 58 (links, Gemeindearchiv Schaan / Foto: Augustin Hilty) und S. 59 (rechts).

Liechtenstein: Verstärkung der Dämme und Aufweitungen kombinieren

So könnte der Rhein bei Vaduz/Sevelen aussehen (©WFZ)

Die Rheindämme sind über 130 Jahre alt. Sie müssen saniert werden, dafür braucht es gemäss Aussagen der Liechtensteiner Regierung in den nächsten 20 Jahren 50 Mio. CHF. Im Zuge der Sanierung der Dämme sollten auch die Aufweitungen angepackt werden.

Das Entwicklungskonzept Alpenrhein (EKA) sieht zwischen dem Zusammenfluss von Vorderrhein und Hinterrhein in Graubünden bis zur Mündung in den Bodensee 19 Aufweitungen vor. Vier davon betreffen auch Liechtenstein. Das Land hat sich noch nicht vertieft mit diesen vier Aufweitungen beschäftigt. Ansatzweise Untersuchungen gibt es für die Eschner Au. Die technische Machbarkeit und der genaue Standort müssen deshalb für jede Aufweitung intensiv geprüft werden.

Die im EKA vorgesehenen Standorte sind alle international, betreffen also die Liechtenstein und die Schweiz bzw. Liechtenstein und Österreich:

  • Aufweitung Saarmündung (Zwischen Balzers und Weite)
  • Aufweitung Sevelen / Vaduz (Holzbrücke Sevelen-Vaduz auf der Schweizer Seite bis Autobahnraststätte, unterhalb des Vaduzer Rheinpark-Stadions auf der Liechtensteiner Seite).
  • Aufweitung Eschner Au (fängt gemäss Plänen auf der Schweizer Seite unterhalb der Brücke Buchs-Schaan an, flussabwärts sind Aufweitungen auf der Liechtensteiner Seite vorgesehen).
  • Aufweitung Bangs (Zwischen der Mündung des Liechtensteiner Binnenkanals in den Rhein und der Zollamtbrücke Bangs).

Rhesi: Rhein – Erholung und Sicherheit

Das Hochwasserschutzprojekt Rhesi ist die erste grosse Etappe der Umsetzung des Entwicklungskonzepts Alpenrhein, welches 2005 von den Regierungen Vorarlbergs, Liechtensteins, Graubündens und St. Gallens unterzeichnet wurde. Im Entwicklungskonzept Alpenrhein wurde festgestellt, dass die Hochwassergefährdung und damit verbunden die Hochwasserrisiken auf dem Abschnitt unterhalb der Illmündung am grössten sind.

Hochwasserschutz verbessern

Ein Hochwasserereignis wie es rein statistisch alle 300 Jahre stattfindet, allerdings jederzeit eintreffen kann, kann enorme Schäden im gesamten Rheintal verursachen: in der Schweiz werden diese potenziellen Schäden auf auf CHF 2,5 Milliarden, in Österreich auf rund € 2,66 Milliarden geschätzt. Dem will „Rhesi“ entgegenwirken.

Ziel des Projekts ist demnach die Verbesserung des Hochwasserschutzes. Die Abflusskapazität des Alpenrheins soll über die gesamte Länge ausgebaut werden.

Gleichzeitig sollen qualitativ gutes Trinkwasser in ausreichender Menge aus Grundwasser für das Rheintal sichergestellt und Synergien mit der Landwirtschaft gesucht werden. „Verbesserte Hochwassersicherheit und ökologische Anforderungen verursachen Flächenverluste. Diese sollen durch geeignete Massnahmen wie Bodenverbesserungen, Meliorationsmassnahmen, Beteiligung an der Instandhaltung, Dammunterhalt, etc. möglichst kompensiert werden“.

(Quelle: Rhesi)

Zaghafte ökologische Verbesserungen

Auf der Rhesi-Website werden die ökologischen Ziele beschrieben: „Das Wasserbau- und Gewässerschutzgesetz der Schweiz verlangt, dass bei Eingriffen in das Gewässer dessen natürlicher Verlauf möglichst beibehalten oder wiederhergestellt wird. Gemäss der EU-Wasserrahmenrichtlinie und dem österreichischen Wasserrechtsgesetz gilt für den Alpenrhein die Wiederherstellung des guten ökologischen Potentials. Diese Vorgaben entsprechen einem verzweigten Flusslauf mit angrenzender Auwaldvegetation.“

Gemäss der Stellungnahme der Umweltplattform Lebendiger Alpenrhein werden diese Vorgaben allerdings nicht eingehalten. Die Rhesi-Planer wollten den Rhein mehrheitlich „mini“ behalten. Die Pläne, welche das oberste Entscheidungsgremium am 28. April 2016 im Rheinausaal in St.Margrethen präsentiert habe, seien „mager“. „Die Rheinkommission ist eingeknickt. Die Gemeinden sind heilig, ebenso jeder durchaus verlegbare Trinkwasserbrunnen. Der Gestaltungsspielraum punkto Gewässerschutz und Naherholung wird nicht genutzt. Gewässerschutzrechtliche Vorgaben werden nicht umgesetzt, weshalb ein Politprojekt und keineswegs ein fundiertes Fachprojekt vorliegt.“

Die Umweltverbände bedauern gemäss der Umweltplattform Lebendiger Alpenrhein, dass keine besseren Lösungen für den Hochwasserschutz, die Trinkwasserversorgung und den Gewässerschutz gesucht werden. „Die von Beginn an kommunzierten Minimalanforderungen punkto Gewässerschutz wurden ignoriert. Die extrem ressourcenaufwändige und bisher konstruktive Mitarbeit der Umweltverbände wurde nicht berücksichtigt. Ebenso wurde der Wille der Bevölkerungsmehrheit nicht respektiert.“ Damit wird auch Bezug genommen auf eine repräsentative Umfrage. Diese ergab, dass die betroffene Bevölkerung mehrheitlich die Variante wünscht, die die grosszügigsten Aufweitungen vorsieht.

Umweltverbände bereiten sich auf langjährigen Rechtsstreit vor

Die Umweltverbände würden deshalb in einen langjährigen Rechtsstreit gezwungen, um der Natur und der Bevölkerung doch noch zu ihrem Recht zu verhelfen. 2018 werde das Projekt öffentlich aufgelegt. „Bis dahin bereiten wir uns in aller Ruhe vor.“

Die SDA berichtet in einer Medienmitteilung über den Variantenentscheid, wie er am 28. April 2016 der Öffentlichkeit präsentiert wurde: Der Rhein soll auf der st. gallisch-voralbergerischen Strecke innerhalb der bestehenden Dämme bleiben.

Die Stellungnahme der Umweltplattform Lebendiger Alpenrhein bezeichnet die Pläne des obersten Entscheidungsgremium als „mager“. Die Umweltverbände bedauerten, dass keine besseren Lösungen für den Hochwasserschutz, die Trinkwasserversorgung und den Gewässerschutz gesucht worden seien. Man bereite sich auf einen langjährigen Rechtsstreit vor.

In einem Faktenblatt Rhesi listet die Internationale Rheinregulierung grundsätzliche Vorgaben des Projektes „Rhesi: Rhein – Erholung und Sicherheit“ auf.

Aufweitungen am oberen Alpenrhein

Chur/Felsberg: Erste Aufweitung 1996 als Pilotversuch

Wegen der harten Uferverbauungen befindet sich der Rhein im Churer Rheintal in latenter Erosion. Seit Errichtung der Verbauungen hat er sich drei bis fünf Meter in die Sohle eingetieft, so dass die Rheinwuhre und Brückenfundationen stark gefährdet waren.

Statt einer „konventionellen“ Lösung mit Ufer- und Sohlensicherung durch Blockrampe und Wuhrunterfangungen entschied man sich für eine ökologische Aufwertung dieses wichtigen Naherholungsgebietes der Stadt. Als Pilotversuch für künftige solche Lösungen am Rhein wurde eine Aufweitung des Flusslaufes auf 500 m Länge ausgeführt. In grösserem Ausmass stand nur Land auf Churer Seite zur Verfügung, so dass hier eine Aufweitung auf max. 120 m Breite möglich war. Durch Leitwuhre wird das angrenzende Landwirtschaftsland geschützt. Der inselförmige Raum zwischen altem Wuhr und neuen Leitwerken wurde zur Kiesbeschickung im Flusslauf belassen und wird durch Hochwassererosion sukzessive abgetragen.

(Quelle: Tiefbauamt Graubünden)

Aufweitung Chur/Felsberg nach der Fertigstellung 1996 (Quelle: Tiefbauamt Graubünden)
Aufweitung Chur/Felsberg nach der Fertigstellung 1996 (Quelle: Tiefbauamt Graubünden)
Aufweitung Chur/Felsberg 2001, fünf Jahre nach der Fertigstellung (Quelle: Tiefbauamt Graubünden)
Aufweitung Chur/Felsberg 2001, fünf Jahre nach der Fertigstellung (Quelle: Tiefbauamt Graubünden)
Auf der Höhe von Maienfeld und Bad Ragaz soll der Rhein doppelt so breit werden wie heute (Quelle: Internationale Regierungskonferenz Alpenrhein IRKA)

Maienfeld/Bad Ragaz

Im Rhein-Abschnitt zwischen Maienfeld und Bad Ragaz soll auf einer Länge von rund 3 Kilometern, wovon 1 Kilometer in Maienfeld und etwa 2 Kilometer in Bad Ragaz, eine Verbreiterung (Aufweitung) des Rheins ermöglicht werden. Die künftige Gerinnebreite des Rheins soll von heute 85 Metern im Durchschnitt auf rund 174 Meter verdoppelt werden. Als Vorbild dienen die Mastrilser Rheinauen, welche ähnliche Breitenverhältnisse aufweisen. Die Mastrilser Au befindet sich rund 5 Kilometer oberhalb der geplanten Aufweitung. Mit den angestrebten Flussbreiten wird der Rhein kurzfristig wieder ein verzweigtes Gerinne bilden.

Im Rahmen des Entwicklungskonzeptes Alperhein (EKA) wurde die Aufweitung bei Bad Ragaz / Maienfeld als Massnahme (Nr. 18) mit hoher Priorität festgelegt.

(Quelle: Internationale Regierungskonferenz Alpenrhein IRKA, www.alpenrhein.net)

Aufweitung Sargans für Trinkwasser, Natur und Tourismus

Zwischen Bad Ragaz und Trübbach soll der Alpenrhein auf einer Länge von rund 6 Kilometern lnks- und rechtsufrig auf bis über 250 Meter verbreitert werden.

Eine wichtige Auswirkung, die mit dieser Aufweitung angestrebt wird, ist die Stabilisierung der Eintiefung. Durch Auflandungen wird auch der Grundwasserspiegel erhöht, was für die Revitalisierung der Giessen in der Sarganser Ebene ebenso erwüscht ist wie für die Trinkwasserversorgung.

Durch die grosse Breite – über 200 Meter, stellenweise noch deutlich breiter – entsteht ein verzweigtes Flussbett mit strukturreichen Haupt- und Seitenärmen. So werden wertvolle Lebensräume für unzählige Tier- und Pflanzenarten erhalten bzw. neu geschaffen. Die Rampe am Ellhorn wird durch die Aufweitung abgeflacht und wird so für alle Fischarten passierbar, was derzeit nicht der Fall ist. „Insgesamt besitzt diese Massnahme aus gewässerökologischer Sicht höchste Wertigkeit.“ (Entwicklungskonzept Alpernrhein, S. 371)

Ausserdem entsteht hier ein dynamischer Auwald, der mit dem Fluss und dessen Seitenarmen verbunden ist. Sand- und Schotterbänke bieten Lebensraum für die geschützten Arten Deutsche Tamariske und Kleiner Rohrkolben. Kiesbänke sind Lebensräume etwa für zahlreiche Spinnen und Laufkäfer. Auch Vogelarten wie Flussuferläufer, Flussregenpfeifer, Wasseramseln und Gebirgsstelzen werden profitieren.

Nicht zuletzt wird im Entwicklungskonzept Alpenrhein die Nutzberkeit für die Tourismusregion Bad Ragaz / Heidiland betont.

Das im Entwicklungskonzept an dieser Stelle ebenfalls vorgesehene Laufkraftwerk wird kaum realisierbar sein. Es würde die Durchgängigkeit des Flusses für wandernde Fische zerstören. Die ökologischen Verbesserungen, die durch die Aufweitungen erreicht würden, würden duch ein Laufkraftwerk wieder zunichte gemacht. Aus diesem Grund wäre ein solches Kraftwerk ein Verstoss gegen die Schweizerische Gewässerschutzgesetzgebung und somit nicht bewilligungsfähig.

 

(Quelle: Entwicklungskonzept Alpenrhein, Seite 368-372)

Aufweitung Sargans: Zwischen Bad Ragaz und Trübbach soll der Rhein auf einer Länge von 6 km bis zu 250 m breit werden (Quelle: Entwicklungskonzept Alpenrhein, S. 369)
Flussregenpfeifer (©Andi Götz)

Fluss-Revitalisierungen und -Aufweitungen sind nichts Neues …

Mit den Diskussionen um die Rheinaufweitungen betreten die Behörden kein Neuland. Revitalisierungen und Aufweitungen von Flüssen wurden an vielen Orten schon vor Jahrzehnten umgesetzt. Zur Freude der Bevölkerung, zum Schutz vor Hochwasser, zum Nutzen für die Natur.

Die beiden Flussbauer Christian Göldi und Walter Binder haben sich ein Leben lang für den naturnahen Wasserbau eingesetzt.

Christian Göldi (links) und Walter Binder: "Zwei Leben für den naturnahen Wasserbau"

Zwei Leben für den naturnahen Wasserbau

Der Seveler Christian Göldi und Walter Binder aus Bayern haben europaweit beachtete Bach- und Flussaufweitungen geplant und umgesetzt. Im Gespräch mit der bau:zeit berichten sie über Freuden und Schwierigkeiten, denen sie begegnet sind. Sie sind stolz darauf, viel erreicht zu haben und zuversichtlich, dass es im naturnahen Wasserbau keine Rückschritte geben wird.

Auf die Frage, was sie dem Alpenrhein wünschen, antworten sie:

Walter Binder: „Mehr Platz und viel Herz für den Fluss…“

Christian Göldi: „… und damit mehr Dynamik und eine bessere Verzahnung von Fluss, umgebender Natur und der Bevölkerung.“

Die Isar: eine naturnahe Flusslandschaft mitten in München

Die Isar wurde Ende des 19. Jahrhunderts rigoros begradigt und in ein kanalartiges Bett mit befestigten Ufern gezwängt. Hundert Jahre später orientieren sich die Entwicklungsziele an einer naturnahen Flusslandschaft, einer verzweigt fliessenden Isar in einem breiten Schotterbett, deren Lauf sich nach jedem Hochwasser verändert.

Eine fachübergreifende Arbeitsgruppe entwickelte seit 1995 ein Renaturierungskonzept für den Isarlauf im südlichen Stadtgebiet. In dieses Konzept sind die wesentlichen Ergebnisse einer ausführlichen Bürgerbefragung eingegangen. Der „Isar-Plan“ hat den Hochwasserschutz, die Naturnähe der Flusslandschaft und die Verbesserung der Freizeit- und Erholungsqualitäten der Uferzone zum Ziel. Ab 2000 wurde dieser Plan in mehreren Bauabschnitten verwirklicht.

Auf acht Kilometern wurden die steinernen Uferkanten abgetragen, das Flussbett verbreitert und Kiesschotter in den Fluss verbracht. Die hochgelegenen Uferwiesen wurden abgeflacht und der Flusslauf so an vielen Stellen wieder zugänglich gemacht. Dieser Flusslandschaftsumbau wurde sukzessive bis in die Stadtmitte von München fortgesetzt. Der letzte Abschnitt begann Ende 2010 mit der Umgestaltung im Bereich der Museumsinsel zwischen „Großer Isar“ und Kleiner Isar“.

Im Zuge des gesamten Renaturierungsvorhabens wurde zugleich der Hochwasserschutz verbessert.

Die Isar mitten in München vor der Revitalisierung ... (©Wasserwirtschaftsamt München)
Auch hier ein eindrückliches " steriles Vorher"... (©Wasserwirtschaftsamt München)
... und nach der Revitalisierung mit aufgeweitetem Flussbett und abgeflachten Ufern (©Walter Binder).
... und ein "buntes, natürlicheres Nachher" (©Wasserwirtschaftsamt München)
Bild 1:So sah die Thur noch vor zehn Jahren aus (©Christian Göldi) Bild 2:Und so präsentiert sie sich nach der Aufweitung (Aufnahme von der entgegengesetzten Seite, ©Christian Göldi)
Badeszenen an der aufgeweiteten Thur (©Christian Göldi)

Die Thur: Hochwasserschutz, ökologische Aufwertung, Orte zum Baden und Spielen

Um Land zu gewinnen und die Thurebene vor Überschwemmungen zu schützen, wurde im 19. Jahrhundert an der Thur eine tief greifende Korrektion durchgeführt. Der Fluss wurde abgesenkt und erhielt ein begradigtes Flussbett. Dadurch hat er seine ökologische Vielfalt und landschaftliche Eigenart weitgehend verloren.
Nach mehreren Hochwasserereignissen im 20. Jahrhundert planten die Kantone Thurgau und Zürich eine weitere Thurkorrektion . Bereits ab 1987 wurden im Kanton Zürich und ab 1993 im Kanton Thurgau Bauarbeiten zur Verbesserung des Hochwasserschutzes begonnen.
Die Behörden wollten den Hochwasserschutz möglichst ökologisch verträglich gestalten. Dazu wurden die Dämme verstärkt, gleichzeitig aber auch Überflutungs- und Rückhaltezonen geschaffen.
Das Abflussprofil des Flusses wurde vergrössert, was die Abflusskapazität bei einem Hochwasserereignis erhöhte. Das breitere Flussbett ermöglicht eine grössere Vielfalt aquatischer Lebensräume, wodurch die Flusslandschaft ökologisch aufgewertet wurde. Gleichzeitig enstanden wunderbare Orte zum Baden und Spielen.

Die Limmat auf Zürcher Stadtgebiet: Synergien zwischen Hochwasserschutz und ökologischer Aufwertung

An der Limmat werden schon seit längerer Zeit Flussrevitalisierungen vorgenommen. In Geroldswil beispielsweise wurde im Jahr 2004 eine Aufweitung von rund einem Kilometer Flussstrecke realisiert.

Im Spätsommer 2013 wurden auf dem Gebiet der Stadt Zürich die revitalisierten Limmatauen Werdhölzli eröffnet. Auf der Website der Stadt Zürich ist zu lesen: „Von den Limmatauen Werdhölzli profitieren Infrastruktur, Mensch und Natur“ und das Projekt zeige, „dass Synergien zwischen Hochwasserschutz und ökologischer Aufwertung, sowie zwischen verschiedenen Nutzungsinteressen möglich sind“. Denn einerseits sei der Hochwasserschutz verbessert, gleichzeitig die Biodiversität und damit die Qualität der Flusslandschaft nachhaltig aufwertet worden.

Die Limmatauen Werdhölzli bieten zahlreiche neue Lebensräume – von der Feuchtwiese über die Magerwiese bis zum Trockenstandort ist alles vorhanden. Viele auentypische Pflanzen und Tierarten sind jedoch Pioniere der Kiesbänke und Ufer. Weiden, Seggen, Schwarzpappeln und Sanddorne sowie Libellen, Heuschrecken, Wasseramseln oder Gelbbauchunken können sich wieder ausbreiten. Für letztere wurden sogar mehrere Trittsteintümpel geschaffen. Aber auch kieslaichende Fische wie Äschen oder vom Aussterben bedrohte Nasen können sich wieder vermehrt in ruhigere Zonen zurückziehen. Letztendlich profitieren auch die Anwohnerinnen und Anwohner von der Aufwertung der Limmatauen: Durch das Flachufer sind zahlreiche neue Aufenthaltsbereiche entstanden, die zum Verweilen einladen.

Die Limmat bei Geroldswil im Jahr 2004 ... (©Christian Göldi)
Limmatauen Werdhölzli: Renaturierte Flusslandschaften erhöhen die Artenvielfalt und sind attraktiv fürs Auge. (©Grün Stadt Zürich)
Kiesinseln sollen von der Limmat teilweise abgetragen oder umgelagert werden, was stets für neue Strömungsverhältnisse sorgt und die wiedergewonnene Dynamik des Flusses erlebbar macht. (©Grün Stadt Zürich)
... und ein Jahr später (©Christian Göldi)
Limmatauen Werdhölzli: Steinbuhnen und Raubäume sichern das Ufer und dienen gleichzeitig als Fischunterstände. (©Grün Stadt Zürich)
Eine Orientierungstafel empfängt die Besucher in den Limmatauen Werdhölzli. (©Grün Stadt Zürich)

Die Rheinmacher

Das Kraftwerk Schaffhausen hat in den vergangenen Jahren zahlreiche ehemals hart verbaute Uferabschnitte renaturiert. Die Renaturierungsmassnahmen wurden massgeblich aus dem Fonds des Clean-Solution Ökostrom-Programms finanziert (pro Kilowattstunde fliesst ein Rappen in die Renaturierung des Rheinufers).

In dem von Faro und Michael Burtscher professionell produzierten 70-minütigen Dokumentarfilm DIE RHEINMACHER werden die Herausforderungen, die Herangehensweisen und die Baumassnahmen eindrücklich präsentiert. Viele
stimmungsvolle Aufnahmen zeigen die Schönheit des Rheins zwischen Schaffhausen und Stein am Rhein.
Weitere Infos zum Film siehe: www.die-rheinmacher.ch

In der Zeitschrift bau:zeit (Nr. 47/2016 vom 3. September 2016) behandeln wir das Thema Rheinaufweitungen in all seinen Facetten, von den Chancen für die Natur und die Menschen über den Hochwasserschutz und Lösungen für die Landwirtschaft bis hin zu Beispielen von gelungenen Flussaufweitungen in der Schweiz und in Deutschland (z.B. mitten in München).

Flussaufweitungen sind seit Jahrzehnten erprobt, sie schaffen für die Menschen Sicherheit und Orte der Erholung und bringen der Natur Lebensräume zurück. Dies ist die Botschaft der vier Seiten.

Die LieWo vom 3. Juli 2016 widmet den Rheinaufweitungen das Editroial, vier Seiten zum Thema der Rheinaufweitungen und ein Interview mit LGU-Geschäftsführerin Monika Gstöhl. Dabei wird auch die Frage der Hochwassersicherheit sehr differenziert angesprochen. 

Die Werkstatt Faire Zukunft hat einen aufwändigen 3-Minuten-Kurzfilm produziert, um aufzuzeigen, wie die Aufweitungen auf der Liechtensteiner Strecke des Alpenrheins aussehen könnten.

Der Film beginnt mit Naturaufnahmen an der Rheinquelle und zeigt das Zusammenspiel von Mensch und Fluss. Staudämme und Uferverbauungen legen den Rhein ins Korsett. In der Schlussszene sind eindrückliche Visualisierungen der geplanten Aufweitung des Alpenrheins auf der Höhe Sevelen/Vaduz zu sehen.

Dieser Film mit den Visualisierungen wurde durch Pirate Movie Production unter der Leitung von Tobias Ludescher geschaffen.