Fragen und Antworten

Der Rhein wurde Ende des vorletzten Jahrhunderts in Dämme gelegt. Dies diente dem Hochwasserschutz. Dieser Zweck wurde bis heute erfüllt, jedoch ist die Natur dabei auf der Strecke geblieben: Mit Rheinaufweitungen können wir heute nicht nur einen besseren Hochwasserschutz garantieren, sondern auch neue Erholungsräume für die Menschen und wertvolle Lebensräume für die Natur schaffen.

Im Gegenteil: Die bestehenden Dämme sind weit über hundert Jahre alt und sanierungsbedürftig, dies hat die Liechtensteiner Regierung klar festgehalten. Bei Aufweitungen werden Dämme nicht einfach abgerissen, sondern es entstehen hinter den Aufweitungen neue Dämme nach dem heutigen Stand der Technik. Aufweitungen bringen deshalb mehr Sicherheit als heute, nicht weniger.

Alle – Mensch und Natur, weil die Rheinaufweitungen Naturräume und Erholungsgebiete schaffen. An manchen Orten werden Stellen entstehen, an denen man baden kann, grillieren, die Seele baumeln lassen. So wie heute am Hinterwasser in Balzers. An anderen, weniger gut erreichbaren Stellen hat die Natur Priorität.

Es gibt teilweise die Möglichkeit für Ersatzflächen für Landwirtschaftsland, z.B. durch die Rodung von Wald. In der Aufweitungsfläche entsteht ökologisch hochwertiger Auwald. Zum Teil braucht es aber gar keinen Ersatz. Wenn zum Beispiel die vorgesehene Aufweitung Eschner Au etwas nach oben verlegt wird, kann  das Projekt so realisiert werden, dass kein Quadratmeter Landwirtschaftsland benötigt wird, weder in der Schweiz noch in Liechtenstein.

Früher hat der Rhein regelmässig das Landwirtschaftsland überschwemmt und in den Dörfern Schäden angerichtet. Mit den Dämmen haben unsere Vorfahren unter grossen Entbehrungen Boden und Bevölkerung geschützt. Hut ab, das war ein Jahrhundertwerk! Allerdings waren sie in Bezug auf die Natur zu rigoros, der Wasserbau hat inzwischen Fortschritte gemacht. Mit einem naturnahen Wasserbau mit Aufweitungen wird das Jahrhundertwerk sinnvoll ergänzt und auf den neuesten Stand der Erkenntnisse für Natur und Mensch gebracht.

Unterhalb Liechtensteins werden die Schweiz und Österreich in den nächsten zwanzig Jahren rund 600 Mio. CHF für mehr Platz für Natur und mehr Sicherheit investieren. Das Projekt heisst „Rhesi„, was für „Rhein – Erholung und Sicherheit“ steht. Oberhalb von Liechtenstein wird es z.B. in Maienfeld/Bad Ragaz eine wertvolle Aufweitung für erholungsuchende Menschen und für die Natur geben.

In Balzers/Wartau, in Vaduz/Sevelen, bei Bendern/Haag (Alternative: Schaan/Buchs SG) und eine kleinere Aufweitung unterhalb von Ruggell/Feldkirch.

Erste grobe Schätzungen gehen von rund 5 Mio. CHF für eine Aufweitung auf Liechtensteiner Gebiet aus. Es braucht ein konkretes Projekt, um die genauen Kosten zu ermitteln. Die Kosten fallen über mehrere Jahre verteilt an.